Schublade „Kunde“

Schublade „Kunde“
4. Oktober 2022 6 min zum lesen

Schublade „Kunde“

Schublade „Kunde“

Hier tragen wir mal ein paar kleine Outtakes und lustige Situationen zusammen, Momente, die im Alltag mal mehr oder mal weniger häufig vorkommen. Hier geht es nicht darum, sich über jemanden lustig zu machen, es gibt jedoch Situationen über die man ab und an schmunzelt. Bitte diesen Artikel mit einem Augenzwinkern sehen, es ist Satire, Humor oder irgendwas in dieser Richtung. Fortlaufend werden immer wieder kleine Geschichten aus dem Alltag dazukommen.

Der „Rüttler“: Hallo? Haaallloo, ist da wer?

Der Klassiker, den es wohl nicht nur in einem Dampferladen zu beobachten gibt, ist der „Rüttler“. Der Laden öffnet um 12:30 h, natürlich ist der Mitarbeiter schon früher im Geschäft um anfallenden Arbeiten zu erledigen, welche während der Ladenöffnungszeiten nicht gemacht werden können. Selbstverständlich wird dafür auch das Licht im Laden an geschallten. Mit dem Umlegen des Lichtschalters werden aber scheinbar, für den Mitarbeiter nicht hörbare, Signaltöne gesendet. Diese führen dazu, dass sich potenzielle Kunden wie hypnotisiert auf den Weg machen, um ihrem Einkaufswunsch nachzugehen. Völlig ausgeblendet werden dabei die Uhrzeit oder gar Schilder auf denen hingewiesen wird, wann es möglich ist dem Konsum zu frönen (was wohl an den Signaltönen liegt). Zuerst wird an der Tür gedrückt, dann ein „Ah ja – ziehen“-Gesicht. Wenn auch das nicht die Pforte zu dem „Tempel des Warenbezugs“ öffnet, hat man ganz wunderbar die Möglichkeit zu beobachten, wie eine gewisse Unruhe den „Rüttler“ durchfährt. Ein „Hä?“ wandelt sich in ein „Heee“ der Mimik. Zweifelnd ob der eigenen Fähigkeit, eine Tür zu öffnen, macht sich Verwirrtheit breit. Das Rütteln, Ziehen und Drücken wird immer hektischer. Wie im Rausch wird an der Tür gedrückt und gezogen. Der erste Gedanke, der die Person im Laden dann erfasst – da will einer die Tür klauen. Dass der Laden noch geschlossen ist, daran wird zu diesem Zeitpunkt noch kein Gedanke verschwendet. Der Blick wandert von oben nach unten, kritisch wird geschaut, warum die Tür sich nicht bewegt. Der Mitarbeiter wird entdeckt und mit fragenden Blicken überzogen. Mit dem Zeigen auf die Armbanduhr signalisiert dieser, dass sich das Zeitmanagement offenkundig noch im Tiefschlaf befindet. Der „Rüttlers“ blickt auf die eigene Uhr, um sich zu vergewissern, dass es sich nicht um einen Scherz meinerseits handelt. Der Blick springt wieder auf den Verkäufer i.A. (in Arbeitsvorbereitung), gefolgt von dem fragenden Gesichtsausdruck „na und?“. Nachdem man dann die Tür öffnet und erklärt, dass zu diesem Zeitpunkt noch kein Zutritt gewährt wird, ist die Reaktion mal mehr und mal weniger verständnisvoll.

Öffnungszeiten, welche gut sichtbar am Eingang platziert wurden, sind nicht nur zur groben Orientierung, sondern sind tatsächlich der Versuch den Tagesablauf in geregelte Bahnen zu leiten. ALSO… einmal ziehen, einmal drücken … gelingt dir dann nicht der Eintritt, sollte der erste Blick auf die eigene Uhr und die angebrachten Öffnungszeiten gehen. Es bringt nichts, die Tür aus der Verankerung zu reissen, selbst wenn dann der Zugang frei gepoltert wurde, kaufen kann man trotzdem noch nichts.

Kai Neahnung: das kleine Schwarze

Vorbereitung ist „Curry“-King – wäre ein eine Lebenseinstellung, die den Umgang mit den Mitmenschen und Kunden erleichtern würde. Der Alltag in einem Dampferladen ist sehr abwechslungsreich, von „easy“ bis „heavy“ ist alles dabei. Die schwierigsten Kunden sind wohl jene, welche selber nicht wissen, was sie eigentlich möchten. Wer in ein Geschäft geh, tut dies in der Regel zum Schauen und schlendern oder um gezielt etwas zu kaufen, was er gerne hätte oder braucht. Schwierig wird es dann, wenn der Kunde etwas braucht, aber nicht genau was. Das „Jeopardy“ des Verkaufens ist eröffnet und es startet nach den ersten Sätzen mit einem Schmunzeln.

Kunde:         Hallo, ich brauche die Verbrenner, Kois oder wie man das nennt.
 Verkäufer:  Was für ein Gerät nutzt du denn? (Gedanken: Kois haben wir nicht, nur Lachs)

Kunde:         So ein kleines schwarzen?!
 Verkäufer:  Ok, hast du das Gerät dabei?

Kunde:         Normalerweise ja, aber heute habe ich es vergessen.

Verkäufer:   Es tut mir leid, aber mit der Farbe kommen wir leider nicht weiter, was für ein Hersteller ist es denn? Welches Modell?

Kunde:         Na das kleine schwarze, irgendwas mit G

Verkäufer:   OK, welche Form hatte es denn?

Kunde:         So wie das (Kunde zeigt auf die Vitrine), so ähnlich, mit einem Knopf…

In dem Stil geht es dann ein paar Sätze hin und her, bis man schliesslich das richtige Gerät gefunden hat. Es sieht natürlich nicht so aus wie das in der Vitrine, eigentlich so gar nicht. Oft hat man ja ein Gespür, um welches Gerät es gehen könnte, dennoch versucht man an mehr Informationen zu kommen, sicher ist sicher. Zögerlich, aber im Wissen um die Notwendigkeit, fährt man mit der Frage „es gibt zwei Versionen, welche nutzt du?“ fort. Die Antwort überrascht einen dann auch nicht wirklich, in den meisten dieser Fälle lautet diese „die, die dabei waren“. Durch Erfahrung und Wissen des Gerätes kann wie aus der Pistole geschossen die Aussage „Es sind beide beim Gerät dabei“ entgegnet werden. Auch hier wird nach ein paar Dialogminuten eine Übereinkunft getroffen und der Kunde kann glücklich den Laden verlassen, versorgt mit „Nachschub“ für ein paar Tage/Wochen.

Vorbereitung macht es nicht nur dem Verkäufer leichter, sondern auch dem Kunden. In 99 % dieser Situationen lässt sich alles, mit einer Mischung aus Humor und Wissen, entspannt regeln und beide Seiten haben ein Schmunzeln im Gesicht.

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