EU-Restriktionen – neue Geräte und Liquides

11. April 2017 4 min zum lesen

EU-Restriktionen – neue Geräte und Liquides

Wer sich etwas mit der TPD2 auseinandersetzt, versteht schnell – wer immer das Zeug für Brüssel aufgesetzt hat – vom Dampfen haben diese Personen keine Ahnung gehabt. Einiges mag sinnvoll sein und Vieles ist einfach Quatsch. Die Schweiz geht es insofern etwas an, als dass manch einer nun vielleicht seine 150 ml Liquid mit Nikotin, die er pro Postsendung einführen darf, vielleicht eher nicht mehr in der EU bestellt und andersherum nun manche, die in Grenznähe wohnen, sich mal neue Geräte in der Schweiz ansehen werden.

 

Zuerst muss man wissen, dass die TPD2 konsequent den Begriff E-Zigarette verwendet. Das Wort Dampfen kommt nicht vor.

 

Liquides

Händler dürfen nur noch Fläschchen mit maximal 10 ml nikotinhaltigen Liquides verkaufen. Auf Liquides müssen Warnhinweise, wenn diese Nikotin enthalten. Dazu müssen umfangreiche Beipackzettel zu Liquides beigelegt werden und neue Liquides dürfen nur nach toxikologischen Untersuchungen in den Umlauf gebracht werden.

 

Den Preis für den Hokuspokus zahlt natürlich der Konsument. Bis auf Liquides eine Tabaksteuer kommt, und sie wird natürlich kommen – darauf könnte man schon Wetten abschließen. Kurz und gut, Händler werden gezwungen sein, ihre E-Liquides stark zu verteuern.

 

Box Mods und andere Geräte

Neues Dampf-Equipment muss sechs Monate vor Markteinführung angemeldet werden. Dabei handelt es sich, gemäß der Aussagen von Händlern in EU-Dampferforen, mitnichten um technische Prüfungen, die dann von irgendjemandem durchgeführt werden. Es dauert einfach sechs Monate bis man neue Geräte aus China auf den europäischen Markt bringen darf.

 

Nun können sich natürlich Dampfer theoretisch direkt bei den Chinesen eindecken, allerdings hat jeder Dampfer das Risiko, dass der Zoll die Ware prüft – und nun kommt es, ist das Gerät per Post unterwegs und entspricht es nicht der Liste, der bereits angemeldeten Geräte, kann der Zoll beschlagnahmen.

 

Darum haben wir auch schon in dem Artikel „Abmahnungen von YouTubern“ auf den Umstand hingewiesen, deutsche Händler können nicht abmahnen oder zumindest kämen sie nicht weit. Denn der YouTuber kann ja ein neues Gerät von seinem chinesischen Kumpel, der auf Besuch in Deutschland war, geschenkt bekommen haben, oder er war in Thailand oder Russland und hat es sich dort gekauft – denn mit der Vorstellung des Gerätes konkurriert er ja nicht die Händler. Der Besitz auch von neusten Geräten bleibt auch weiterhin in der EU legal! Das Gesetz reguliert also nur den Verkauf und zwar durchaus zum Nachteil kleiner unabhängiger Händler, aber nicht den Besitz.

 

Für unsere Mitleser aus EU-Ländern verlinken wir gern einen Artikel eines deutschen Bloggers zum Thema: Soll ich was bunkern und wenn ja, was! Mit dem Inhalt haben wir nichts zu tun!


Angemerkt sei noch – das Gesetz reguliert massiv den Verkauf, aber mit dem Besitz hat es nichts zu tun und dampfen darf jeder der über 18 ist!

 

Dennoch ist es für Händler nicht schön und wird vor allem auch zu einer Händlerkonzentration führen. Denn – eigentlich müssten chinesische Hersteller nur die Geräte sechs Monate vor dem Verkauf in Europa anmelden. Nun haben diese Händler allerdings das System nicht wirklich verstanden, sodass sie oft nicht wissen, was von ihnen verlangt wird. Natürlich können aber Großhändler den Herstellern diese Bewilligung abnehmen und da jeder weiß, dass Dampfer gern auf neue Geräte anspringen, kann man sich den Rest denken.

 

Chinesische Hersteller werden neue Geräte auch nicht vor Markteinführung gern anmelden wollen, einfach, weil die Konkurrenz nicht schläft. Wer als erstes eine neue Variante für den optimalen Dampf und den Geschmack gefunden hat, der will auch als erstes still und leise damit raus!

 

Kleinere unabhängige Händler dürften es in der Zukunft schwerer haben. Unabhängige Händler müssen sich zwangsläufig zusammenschließen, um die Kosten für die Bewilligung von neuen Liquides zu minimieren. Händler die selber mischen, haben also ein Problem. Oder Sie beziehen bei größeren Händlern, die ihnen alles abnehmen. So oder so, freie Marktwirtschaft schaut anders aus, und die EU spielt den falschen Leuten direkt in die Hände.

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