E-Liquid selber mischen - was benötige ich dazu?

Aromen für E-Liquids selber mischen
25. Oktober 2019 5 min zum lesen

E-Liquid selber mischen - was benötige ich dazu?

E-Liquid selber mischen – wie macht man das?


1.0 Vorwort
2.0 Equipment
3.0 Basen
3.1 Aromen
3.2 Reifezeit
3.3 Nikotin
4.0 Das Mischen


1. Vorwort


Jeder, der schon länger dabei ist, kennt das Problem. Es gestaltet sich oft relativ schwer, ein E-Liquid zu finden das einem richtig gut und auch über längere Zeit schmeckt. Für jeden der sich damit schwertut bietet es sich an, die E-Liquids mit Aromen und Base selber herzustellen. Dies bringt so einige Vorteile mit sich. Man kann das E-Liquid z. B. auch im Nachhinein noch anpassen in dem man mehr Aroma hinzufügt, andere Aromen beimischt oder es verdünnt. Weiter kann man auch fertige E-Liquids mit neuen Geschmacksnoten, also Aromen verfeinern. E Liquid selber Mischen bringt also einige Vorteile mit sich.


2. Equipment


Um zu starten werden von uns folgende Dinge empfohlen:

  • leere Fläschchen für neue Kreationen
  • Spritzen mit stumpfen Kanülen, um das Aroma genau abzumessen
  • Glycerin und Propylenglykol bereits gemischt oder separat
  • ein kleiner Trichter um die Base in die Flasche zu bekommen
  • Aromen
  • Nikotin, falls benötigt
  • Stift und Papier

3. Basen

Die Base ist im Grunde genommen reines E-Liquid, ohne Aromen und Nikotin. Sie setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:

Pflanzliches Glyzerin (VG)
VG ist von der Konsistenz her mit Sirup oder Öl zu vergleichen. Es ist hauptsächlich für die Dampfdichte zuständig und eher dickflüssig.

Propylenglykol (PG)
Propylenglykol fungiert als Geschmacksträger und Konservierungsstoff in den Liquids. Dank seiner Wasser ähnlichen Konsistenz, ist es um einiges dünnflüssiger als VG.
Abhängig von eurem Gerät solltet ihr darauf achten, dass euch das E-Liquid nicht zu dünn-oder-dickflüssig gerät. Denn je nach Modell kann der Nachfluss durch die Watte zu schwach oder zu stark sein. Verallgemeinert kann man sagen:

Für MTL bis 60% VG und 40% PG
Für DL bis 50% PG und 50% VG

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, jedoch sollte man unter Einhalten dieser Werte bei den wenigsten Geräten Probleme bekommen.
TIPP – das Mischverhältnis macht auch geschmacklich durchaus einen Unterschied. So sollte man bei hohem PG Anteil die Dosierung der Aromen eher niedriger halten als bei hohem VG Anteil.


3.1 Aromen


Aromen existieren in allen möglichen Geschmacksrichtungen und Konzentrationen. So findet jeder etwas das ihm zusagt. Allerdings ist es so, dass man die wenigsten Aromen – im Vergleich zu fertigen E-Liquids – ausprobieren kann. Man ist also mehr oder weniger dazu gezwungen diese anhand der Beschreibungen zu kaufen und einfach auszuprobieren. Mal angenommen man hat ein Tuttifrutti Aroma, einem ist aber der Apfel zu schwach, hat man auch die Möglichkeit ein einzelnes Apfel Aroma hinzuzufügen. Damit möchte ich nur aufzeigen, dass man auch verschiedene Aromen problemlos miteinander kombinieren kann.
In der Regel bekommt man die Aromen gelöst in PG, was sie auch lange haltbar macht. Möchte man das Mischverhältnis zwischen PG und VG exakt haben, sollte man natürlich auch die Aromen berücksichtigen. Die Menge die man von den Aromen benötigt variiert stark. Es gibt Aromen die mit 1-2% auf die Gesamtmenge schon genügend intensiv sind, von anderen benötigt man 15-20%. Dies wird vom Aroma Hersteller aber meistens angegeben.
TIPP – die vom Hersteller empfohlene Aromen Dosierung ist meistens relativ hoch angesetzt. Unsere Empfehlung: Mischt ihr ein E-Liquid mit Aromen zum ersten Mal an, verwendet nur 2/3 der vom Hersteller empfohlenen Dosierung – denn mehr Aroma hinzufügen kann man immer, Aromen aus dem Liquid entfernen allerdings nicht.


3.2 Reifezeit


Häufig hört man, dass man frisch mit Aromen angemachte E-Liquids "reifen" lassen sollte. Kann man – muss man nicht. Habt ihr euch etwas neu an gemischt, könnt ihr es auch sofort dampfen. Vielleicht hattet ihr schon mal ein E-Liquid, das länger bei euch unangetastet herumgestanden ist und euch ist aufgefallen, dass sich das Aroma leicht verändert hat. Gewissen Aromen kann das durchaus guttun, anderen auch nicht unbedingt. Schmeckt euch etwas nicht so ganz, lasst es mal ein paar Wochen im Schrank stehen, vielleicht gefällt es euch dann besser.
Was auch passiert bei E- Liquids mit Nikotin und Aromen ist, dass sie sich mit der Zeit bräunlich verfärben. Dies geschieht lediglich durch die Oxidation des Nikotins – euer Liquid ist also noch problemlos dampfbar.


3.3 Nikotin


Um Nikotin in sein E- Liquid zu bekommen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man besorgt sich handelsübliche Nikotinshots oder man importiert hoch konzentrierte Nikotinbase. Da die Shots auf maximal 20mg / ml beschränkt sind, vereinfacht stärkere Nikotinbase das Mischen um einiges.

Um das mal darzustellen folgende Beispiele:


Für mischen mit 18mg / ml Base (Shots) benötigen wir 33.3ml, also drei ganze und ein Drittel von einem vierten Shot für 6mg /ml auf 100ml E-Liquid.
Für mischen mit 100mg / ml Nikotinbase benötigen wir lediglich 6ml Nikotinbase für 6mg /ml auf 100ml.
Ihr seht also, mit höher konzentrierter Base ist das an mischen um einiges unkomplizierter. Um auszurechnen, wie viel ihr von eurer Nikotinbase genau braucht, findet ihr auf diversen Internetseiten Rechner die euch angeben wie viel genau ihr benötigt.


4. Das Mischen


Als Erstes legt man sich natürlich die benötigten Utensilien bereit. Base, die Aromen und das benötigte Werkzeug. Falls mit Nikotinbase über 100mg /ml hantiert wird, sind Gummihandschuhe und eine Schutzbrille für die Augen nicht zu vernachlässigen, da diese Konzentration bereits toxisch wirken kann.


Auch für späteres Nachmischen, empfiehlt es sich, alle verwendeten Aromen und deren Menge akribisch genau aufzuschreiben. Es passiert nicht selten, dass man im Schrank ein selbst gemischtes E-Liquid entdeckt, aber keine Ahnung mehr hat, welche Aromen in welchen Mengen man dafür verwendet hat.


Beginnt man nun mit dem an mischen sollte man sich zuerst die gewollte Menge Aroma berechnen. Häufig findet man die empfohlene Dosierung auf dem Fläschchen oder auf der Webseite des Herstellers. Unsere Empfehlung ist, immer mit nur 2/3 der empfohlenen Menge anzufangen.


Beispiel für 100ml E-Liquid:
- vom Hersteller empfohlene Dosierung des Aromas 15% (in unserem Fall 2/3 von 15% - also 10%)
- wir möchten ein 70VG / 30PG Liquid

10% von 100ml = 10ml – was auch bedeutet, dass wir nun bereits 10% PG durch die Aromen im E-Liquid haben werden.


Also messen wir uns nun 10ml Aroma ab und geben diese in die Flasche. Verfügen wir über z. B. 80/20 Base, geben wir nun 90ml dieser Base hinzu und schütteln das ganze gut durch.


Haben wir 100%VG und 100%PG separat, messen wir uns 70ml VG und 20ml PG ab und mischen dies zusammen.


Fertig sind 100ml 70VG / 30 PG E-Liquid.


Möchtet ihr mehrere Aromen kombinieren, gestaltet sich das Rechnen natürlich ein wenig komplizierter. Da verschiedene Aromen auch verschieden intensiv wirken können, gibt’s da keine Faustregel in welchem Verhältnis man diese kombinieren sollte.



Beim herstellen eigener E-Liquids lautet die Devise also ganz klar: Probieren geht über Studieren.


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