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Guide - Mein erster Selbstwickler

Guide - Mein erster Selbstwickler


Inhaltsverzeichnis

1.0 Vorwort

2.0 Welcher Selbstwickler passt zu mir?

2.1 RDA - Rebuildable Drip Atomizer

2.2 RDTA - Rebuildable Drip Tank Atomizer

2.3 RTA - Rebuildable Tank Atomizer

2.4 RBA - Rebuildable Base Atomizer

3.0 Das Wickeln generell

3.1 Die Installation des Drahtes

3.2 Das Ausglühen

3.3 Die Watte verlegen

4.0 Was benötige ich alles?

4.1 Werkzeug

4.2 Watte

4.3 Draht und seine Eigenschaften



1. Vorwort

Den Verdampfer selber wickeln – vielen ein Begriff, jedoch scheint es auf den ersten Blick für die meisten zu kompliziert. Lasst euch nicht täuschen, denn eigentlich ist es gar nicht so schwierig und eröffnet jedem Dampfer eine ganz neue Welt.

Heutzutage ist es ja so, dass man mit Fertigcoilverdampfer meistens auf zwei bis drei verschiedene Coils eingeschränkt ist. Mit Selbstwicklern ist man komplett frei in der Wahl des Widerstandes und der Eigenschaft des Drahtes – somit auch in der Menge und Geschmacksintensität des Dampfes.

Beispielsweise kann ich meinen Verdampfer so wickeln, dass ich lediglich 25W benötige. Anders herum kann ich den gleichen Verdampfer aber auch so Wickeln, das ich ihn mit 80W betreiben kann. Dicke oder kleine Wolken – ihr seht also mit einem Selbstwickler ist man flexibler als mit einem Fertigcoiler. Man braucht lediglich ein wenig Zeit, Geduld und vor allem: Lust darauf etwas neues auszuprobieren und ein bisschen zu basteln.


2. Welcher Selbstwickler passt zu mir?

Wie auch bei den Fertigcoilern gibt es hier natürlich MTL und DL Verdampfer, trotzdem unterscheiden wir aber vier verschiedene Arten von Selbstwicklern. Auf diese gehen wir nun genauer ein – wo die Unterschiede, Vor-und-Nachteile liegen und wie man sie wickelt.


2.1 RDA - Rebuildable Drip Atomizer

RDAs – auch als Tröpfler oder Dripper bekannt, sind die einfachsten Selbstwickler. Erhältlich sind diese in den meisten Fällen als Mesh, Dual-oder-Singlecoil Verdampfer. Der Name "Tröpfler" rührt daher, dass sie über keinen Tank verfügen und man das Liquid in der Regel von oben, durch das Mundstück oder nach entfernen der Topcap, direkt auf die Watte und den / die Coils tröpfelt.

Häufig findet man bei aktuelleren Modellen einen Pluspol mit durchgehender Öffnung nach oben. Diese sind dazu gedacht, den RDA auf einem Squonkmod zu verwenden. Generell sind Tröpfler bei Squonker die verbreitetste Art von Verdampfern.

Das Wickeln – beim Wickeln gibt es nicht allzu viel zu beachten, da man die Watte "nur" in die Wanne nach unten verlegen muss. Natürlich sollte darauf geachtet werden, das der Airflow wie vorgesehen offenliegt und nicht von der Watte verdeckt wird.

Wir gehen an dieser Stelle nicht weiter ins Detail, da sich jeder Verdampfer ein wenig anders wickelt. Unsere Empfehlung ist dabei folgende – schaut euch auf Youtube Tutorials an. Ihr werdet diese zu so gut wie jedem Verdampfer finden und seht so, wie man es bei dem jeweiligen am besten macht.

 

RDA Verdampfer Blog

 

Vorteile

  • gute Geschmacksentwicklung
  • einfach zu wickeln
  • problemlos tiefe Wicklungen möglich = viel Dampf
  • klein

Nachteile

  • kein Tank
  • wird die Watte nicht "trocken" gedampft, ist ein Auslaufen des Liquids möglich
  • wird die Watte zu trocken gedampft passiert das hier.

2.2 RDTA - Rebuildable Drip Tank Atomizer

RDTAs sind eigentlich RDAs, die sich aber durch einen Tank unter dem Wickeldeck von einem reinen RDA unterscheiden. Man hat also einen Tank der die Coils und Watte mit Liquid versorgt, kann aber auch problemlos tröpfeln, wenn man das möchte. RDTAs sind auch fast identisch zu wickeln wie ein RDA, mit dem kleinen Unterschied das man die Watte, anstelle von in die Wanne, in den Tank hinunter verlegt. Zu beachten gibt es hier eigentlich nur eine Sache. Man sollte aufpassen das die Öffnungen zum Tank hinunter vollständig, aber auch nicht zu fest vom Wattestrang verschlossen werden, da sonst der Tank auslaufen wird, wenn man das Gerät mal horizontal liegen lässt.

 

RDTA Verdampfer Blog

 

Vorteile

  • gute Geschmacksentwicklung
  • einfach zu wickeln
  • problemlos tiefe Wicklungen möglich
  • meist grosses Tankvolumen

Nachteile

  • tendenziell eher gross
  • neigen dazu auszulaufen, wenn nicht immer in vertikaler Position

2.3 RTA - Rebuildable Tank Atomizer

RTAs sind vom Aufbau her den Fertigcoilverdampfern am ähnlichsten. Sie verfügen wie RDAs und RDTAs über ein fixes Wickeldeck, dass sich aber unter einer Kuppel verbirgt. Der Tank befindet sich also sozusagen um die Wicklung herum statt darunter.

Sie sind manchmal ein wenig tricky zu wickeln, weil hier die Schwerkraft und Unterdruck auch eine Rolle spielen. Da sich das Liquid nun über und um die Wicklung befindet ist es wichtig die richtige Menge an Watte zu verwenden, um einen guten Nachfluss zu gewährleisten – verwendet man zu viel, trocknet die Watte aus – verwendet man zu wenig, überflutet das Deck und der kann Tank auslaufen.

Wichtig ist, dass die Watte die dafür gedachten Aussparungen am Rand des Wickeldecks vollständig ausfüllt, jedoch sollte sie auch nicht zu fest gestopft werden da sonst zu wenig Liquid nachfliesst. Wieviel man wirklich benötigt hängt vom Verdampfer selber ab, deswegen kann man dies kaum verallgemeinern. Ausprobieren ist also die Devise.

 

RTA Verdampfer Blog

 

  • Vorteile
  • meist grosses Tankvolumen
  • guter Geschmack dank kleiner Verdampferkammer

  • Nachteile
  • teilweise etwas schwieriger zu wickeln
  • änderungen an der Wicklung meistens etwas mühsam mit vollem Tank


2.4 RBA - Rebuildable Base Atomizer

Ein RBA kommt dem RTA wohl am nächsten, da ein RBA nichts anderes ist, als ein Fertigcoil den man selber wickeln kann. Es gibt mittlerweile so einige Fertigcoilverdampfer für die der Hersteller auch einen RBA anbietet. Ehrlich gesagt haben wir damit aber eher selten wirklich gute Erfahrungen gemacht, weswegen wir jedem der selber Wickeln möchte, zu einem reinen Selbstwickler und keinem dieser Hybriden raten.


3. Das Wickeln generell


3.1 Die Installation des Drahtes

Es gibt eine Menge verschiedener Wickeldecks. Es gibt aber trotzdem eine Gemeinsamkeit die alle aufweisen - der der Plus und der Minus Pol sind voneinander isoliert. Das bedeutet das der Stromkreis von Gerät und Verdampfer zwischen den beiden Polen an denen der Draht fixiert wird, unterbrochen ist. Unsere Aufgabe ist es nun diese Lücke mit Draht zu füllen und den Stromkreis so zu schliessen.

Konkret bedeutet dies, ihr schraubt das eine Ende am Plus- und das andere am Minuspol fest. Verbaut ihr zwei Coils, macht ihr dies parallel.

Installiert ihr zwei Coils, solltet ihr darauf achtgeben, dass die Länge der einzelnen Drähte die gleiche ist und sie das Deck nur dort berühren, wo sie festgeschraubt wurden. Warum erkläre ich im nächsten Punkt.


3.2 Das Ausglühen

Das ausglühen ist dazu da, die Coil dazu zu bringen sich gleichmässig zu erhitzen. Weiter verändert sich mit dem Ausglühen auch der Widerstand und bleibt danach, abhängig von der Legierung, mit kleinen Abweichungen stabil. So ist es gut möglich, das eine Wicklung (laut Rechnung 0.2Ω) vor dem Ausglühen 0.1Ω und nach dem Ausglühen 0.2Ω Widerstand hat.

Wir tun dies nicht indem wir den Feuerknopf dauerhaft gedrückt halten, warum wird euch spätestens beim ersten Versuch gleich auffallen. Wir machen dies mit kurzen Impulsen, also eine Sekunde feuern, eine Sekunde warten etc. So lange bis der Draht nicht mehr an den äusseren Enden glüht, sondern schön gleichmässig aus der Mitte heraus.

Mit wieviel Watt wir ausglühen, hängt von dem Widerstand des Coils ab. Bei z.B. 0.3Ω 15-20W, bei 0.15Ω also zwischen 30W und 40W. Oder anders gesagt - mit ungefähr der Hälfte der Leistung, mit der wir den Verdampfer danach dampfen möchten. Natürlich ist das Anfangs schwer einzuschätzen - man kann sich aber ungefähr an die Angaben die ich eben gemacht habe halten, dann funktioniert das bestens.

Entdeckt man beim Ausglühen kleine, hellere Stellen am Coil, nennt man diese Hotspots. Diese entfernt man, in dem man mit einer Keramikpinzette leicht drüber kratzt.

Glühen unsere Coils schön gleichmässig, lassen wir sie abkühlen und widmen uns nun dem Verlegen der Watte.


 3.3 Die Watte verlegen

Das Verlegen der Watte hängt ziemlich stark vom jeweiligen Verdampfer ab den man wickeln möchte. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich zum jeweiligen Verdampfer ein Paar Videos auf Youtube anzuschauen.

Man sollte darauf achten, dass der Coil inwendig schön "ausgefüllt" wird, aber auch nicht so, dass man den Wattestrang kaum durchziehen kann. Kann man ihn ohne grossen Widerstand hin und her bewegen, passt das so.


4. Was benötige ich alles?

Natürlich findet sich auch in diesem Bereich der Dampferwelt eine Menge Zubehör, was einem das Wickelleben erleichtern kann.


4.1 Werkzeug zum Selberwickeln

Es gibt einige Hersteller die sogenannte "Wickelsets" anbieten. In diesen findet ihr praktisches Werkzeug zum Wickeln von Verdampfern.

Meiner Meinung nach gibt es nur eine Sache, um die man fast nicht herumkommt - nämlich die Keramikpinzette. Diese ist dazu da den Draht währen dem Ausglühen zu formen und um Hotspots zu entfernen. Da die Greifer der Keramikpinzette kein Strom und Wärme übertragen, eignen sich diese hervorragend dafür. Weiter kann ein ein Coiljig von Nutzen sein, wenn man sein Draht direkt ab Rolle verwenden und sich eigene Coils drehen möchte. Eine Schere für die Watte und einen Seitenschneider um den Draht zurecht zu stutzen haben die meisten bereits Zuhause.


 4.2 Watte für den Verdampfer

Verschiedene Watten gibt es in Hülle und Fülle. Sie unterscheiden sich in ihrer Struktur, der Kapillarwirkung und Langlebigkeit. Es ist aber eine Sache des persönlichen Geschmacks welche Watte man verwendet, darum gibt es auch nicht sowas wie "die beste" Watte auf dem Markt. In dieser Hinsicht könnt ihr euch ruhig auf Tipps von erfahrenen Dampfern verlassen, die schon seit längerem selber wickeln oder einfach selber ausprobieren.


 4.3 Draht und seine Eigenschaften

Da hier die Meinungen extrem auseinandergehen, beschränken wir uns bei diesem Thema auf die Grundlagen - denn jeder hat andere Vorlieben was Draht und Widerstand angeht. Aus diesem Grund rate ich euch, probiert verschiedene Bauarten, Legierungen und Widerstände aus. So findet ihr am besten heraus was euch liegt und was nicht.

Neben simplen, einzelnen Drähten gibt es natürlich auch Draht der aus mehreren ineinander verwobenen Drähten besteht. Da dies den Rahmen dieses Beitrages aber sprengen würde, lassen wir das Thema vorerst mal beiseite.

Um euch trotzdem einen kleinen Einblick in die unterschiedliche Legierung zu geben sind die gängisten hier aufgelistet:

Kanthal

Kanthal besteht aus einer Eisen, Chrom und Aluminium Legierung.

  • einfach zu verarbeiten
  • reagiert relativ träge
  • nicht TC geeignet
  • hoher Widerstand
  • gut geeignet für MTL

Edelstahl

  • einfach zu verarbeiten
  • reagiert schnell
  • sehr tiefer Widerstand
  • sehr verbreitet für TC Dampfen (SS316 V2A & V4A)
  • gut geeignet für DL / MTL

NiChrom

NiChrom besteht, wie man leicht vom Name ableiten kann, aus Nickel und Chrom.

  • sehr weich - schwieriger zu verarbeiten
  • reagiert sehr schnell
  • mittlerer Widerstand
  • NiCr nicht TC geeignet (Ni / NiFe etc. schon)
  • ideal für DL

Natürlich gibt es neben Kanthal, Nickel-Chrom und Edelstahl noch weitere Legierungen die zum Dampfen benutzt werden können. Weiter gibt es auch bei NiChrom oder Edelstahl, verschiedene Legierungen die sich leicht voneinander unterscheiden, teilweise TC fähig sind aber darauf gehen wir in einem zukünftigen Beitrag genauer ein.


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Über mich -  Nach drei Jahren Dampfen und über zwei Jahren als Verkäufer in den Filialen Zürich und Horgen war es langsam Zeit für einen Tapetenwechsel und so bin ich irgendwie in den unendlichen Tiefen des Dampfischen Büros gelandet. Dort habe ich, neben anderem, eine ungeahnte Freude am Texten entdeckt und werde euch zukünftig noch so einiges an informativen, sinnlosen, witzigen, hilfreichen, und doofen Beiträgen bescheren. Wünsche, Anregungen und Kritik werden gerne gesehen und dürfen an demian@dampfi.ch geschickt werden.


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